Weitere Einheit im Ärztehaus in Bretten eröffnet

01.07.2026

AutismusZentrum Bruchsal eröffnet neuen Standort im Ärztehaus am Rechberg

Eröffnung
Eröffnung

Autismuszentrum eröffnet neuen Standort

Besucher informieren sich am Eröffnungstag über das Angebot im Ärztehaus in Bretten.

Das Ärztehaus in Bretten füllt sich weiter: Ab sofort finden dort Kinder mit Autismus und ihre Familien Unterstützung für den Alltag. Das Autismuszentrum Bruchsal eröffnete in dem Gebäude neben der Rechbergklinik einen weiteren Standort. Zuvor sind bereits das Sanitätshaus Storch und Beller sowie die MRT-Praxis der Radiologie Ettlingen eingezogen.
Rund 50 Interessierte schauen sich am Eröffnungstag die Räume des Autismuszentrums in Bretten an. Sie laufen durch den Empfangsbereich, vorbei an Regalen mit Holzeisenbahnen, Büchern oder dem „Mensch ärgere dich nicht“-Spiel. In den Therapieräumen unterhalten sich die Besucher mit Therapeutinnen über Herausforderungen autistischer Menschen, etwa bei der Kommunikation, der Reizverarbeitung oder der Sprache.
In einem Zimmer steht eine Gitarre griffbereit in der Ecke, anderswo liegen Hilfsmittel wie Broschüren über Gebärden und iPads auf den Tischen. Ute Drexler, Fachkraft für sogenannte Unterstützte Kommunikation, erklärt den Besuchern, im Autismuszentrum gebe es viele Kinder, die nicht sprechen könnten. „Kommunizieren fällt allen schwer“, sagt sie. Drexler demonstriert, wie sich Betroffene mithilfe der Geräte etwa drei Kugeln Eis bestellen können – trotz Sprachschwierigkeiten.
Fünf Therapeutinnen, die zuvor im Autismuszentrum in Bruchsal tätig waren, arbeiten ab sofort in Bretten. Darüber zeigt sich Oberbürgermeister Nico Morast (CDU) erfreut. „Ich habe unheimlich gerne gehört, dass Sie nach Bretten wechseln. Schön, dass Sie am Ziel angekommen sind“, sagt er in seiner Begrüßungsrede. Zudem betont er den Mehrwert für die Stadt und das Umland durch den neuen Standort des Autismuszentrums.
Geschäftsführer Ulrich Zimmermann erzählt, er habe vor 30 Jahren in Bretten angefangen, sich mit seiner heilpädagogischen Praxis selbstständig zu machen. Den zahlreichen Besuchern dankt er für ihr Interesse am Autismuszentrum „Es ist wirklich toll, dass so viele gekommen sind. Wir haben mit vielem gerechnet, aber nicht damit.“ Geschäftsführerin Elvira Mensinger stellt das Brettener Team einzeln vor. „Wir sind froh und glücklich, hier sein zu dürfen“, sagt sie. Einige Ziele des Autismuszentrums nennt die stellvertretende Leiterin des Jugendamtes Karlsruhe, Marianne Rüth. Sie sagt, das Zentrum stärke Ressourcen, unterstütze die Familien, baue Brücken und ermögliche Teilhabe.
„Teilhabe ist kein Zusatz, sondern ein Recht“, sagt sie. Mensinger verweist auf einen zentralen Punkt. Durch den neuen Standort entstehe Nähe, sagt sie: „Und darum geht es vor allem.“ In den nächsten Wochen und Monaten sollen weitere Mieter in das Ärztehaus einziehen. Öffentlich bekannt sind die SL Intensive Care für ambulante Intensivpflege mit 27 Einzelzimmern sowie das Unternehmen „VitaForum“ für Gesundheitsprävention. Im Obergeschoss wird es fünf Wohnungen geben.

Quelle: BNN, 30.06.26, Fr. Dederichs